Hochbeet bepflanzen

Mischkultur im Hochbeet: gute und schlechte Nachbarn

Stephen 6 Min. Lesezeit

Mischkultur im Hochbeet heißt: Du setzt Pflanzen nebeneinander, die sich vertragen, und hältst die auseinander, die sich gegenseitig bremsen.

Im Hochbeet lohnt sich das doppelt. Die Fläche ist knapp, der Boden ist gut, und dieselbe Erde muss über Jahre tragen. Wer hier plant statt zu raten, erntet auf zwei Quadratmetern mehr als mancher auf zehn.

Was Mischkultur tatsächlich bewirkt

Drei Dinge, alle gut belegt:

  • Der Wurzelraum wird besser genutzt. Möhren wurzeln tief, Salat flach. Zusammen holen sie sich Nährstoffe aus verschiedenen Etagen.
  • Gerüche stören Schädlinge. Der Klassiker Möhre und Zwiebel funktioniert wirklich: Der Zwiebelgeruch stört die Möhrenfliege, der Möhrengeruch die Zwiebelfliege.
  • Der Boden bleibt bedeckt. Schnelle Arten beschatten die Erde zwischen langsamen Kulturen. Weniger Verdunstung, weniger Beikraut.

Was Mischkultur nicht leistet: Sie ersetzt weder Nährstoffe noch Fruchtwechsel. Ein Beet mit drei Jahren Kohl hintereinander wird auch mit den besten Nachbarn krank.

Gute Nachbarn im Hochbeet: die Tabelle

Kultur Passt gut zu Verträgt sich nicht mit
Möhren Zwiebeln, Lauch, Salat, Radieschen, Dill Rote Bete, Petersilie
Tomaten Basilikum, Petersilie, Salat, Möhren, Kohlrabi Kartoffeln, Erbsen, Fenchel
Gurken Dill, Bohnen, Zwiebeln, Kohlrabi Tomaten, Radieschen
Paprika Basilikum, Möhren, Zwiebeln, Salat Erbsen, Fenchel, Rote Bete
Zucchini, Kürbis Bohnen, Kapuzinerkresse, Zwiebeln, Mais Gurken, Kartoffeln
Kohlrabi Salat, Spinat, Bohnen, Rote Bete, Mangold anderer Kohl, Zwiebeln
Mangold Möhren, Kohlrabi, Radieschen, Bohnen Rote Bete, Spinat
Bohnen Bohnenkraut, Kohl, Gurken, Salat, Mangold Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen, Fenchel
Erbsen Möhren, Kohlrabi, Salat, Gurken Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten
Zwiebeln, Knoblauch Möhren, Erdbeeren, Rote Bete, Salat Bohnen, Erbsen, Kohl
Fenchel Salat, Gurken, Zwiebeln Tomaten, Bohnen, Paprika
Sellerie Kohl, Bohnen, Tomaten, Gurken Salat, Mais, Petersilie
Salat fast alles, besonders Möhren und Radieschen Petersilie, Sellerie
Petersilie Tomaten, Radieschen, Gurken Salat, Möhren, Sellerie

Zwei Faustregeln statt der halben Tabelle

Zwiebelgewächse und Hülsenfrüchte mögen sich nicht. Zwiebeln, Lauch und Knoblauch auf der einen Seite, Bohnen und Erbsen auf der anderen. Die beiden Gruppen gehören in getrennte Beetteile.

Dieselbe Familie nie nebeneinander. Zwei Kohlarten, zwei Nachtschattengewächse oder zwei Kürbisgewächse teilen sich Schädlinge und Krankheiten. Gurken neben Zucchini ist deshalb keine gute Idee.

Mischkultur im Hochbeet: Reihe junger Zwiebeln direkt neben einer Reihe Möhrenlaub in dunkler Erde
Mischkultur im Hochbeet: Reihe junger Zwiebeln direkt neben einer Reihe Möhrenlaub in dunkler Erde

Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer

Neben der Verträglichkeit zählt der Hunger. Im frisch befüllten Hochbeet ist im ersten Jahr sehr viel Stickstoff verfügbar, danach wird es jedes Jahr weniger.

Jahr Nährstofflage Passende Kulturen
1 sehr hoch Kürbis, Zucchini, Tomaten, Gurken, Kohl, Sellerie
2–3 hoch bis mittel Kohlrabi, Fenchel, Mangold, Spinat, Salat, Paprika
4–5 mittel bis niedrig Möhren, Zwiebeln, Radieschen, Bohnen, Erbsen, Kräuter

Im ersten Jahr Möhren zu säen ist der häufigste Anfängerfehler. Sie treiben dann mächtiges Laub, bilden kaum Wurzel und werden oft pelzig dazu.

Wie das Nährstoffangebot über die Jahre abnimmt, hängt direkt an der Schichtung beim Hochbeet befüllen.

So teilst du das Beet ein

Bei zwei Metern Länge haben sich drei Zonen bewährt. In die Mitte die hohen Kulturen: Tomaten, Stangenbohnen, Kohl. An die Ränder das Niedrige: Salat, Radieschen, Kräuter.

An die Südseite gehört nichts, was Schatten wirft. Sonst nehmen die hohen Pflanzen den anderen das Licht.

Plane außerdem Nachrücker ein. Radieschen sind nach vier bis fünf Wochen durch, Pflücksalat nach sechs. In dieselbe Lücke kommt dann eine Buschbohne oder ein zweiter Satz Salat.

Ein Pflanzplan für zwei Meter

So sieht ein Hochbeet im zweiten Standjahr aus, aufgeteilt in vier Abschnitte von je 50 Zentimetern:

  1. Abschnitt 1: zwei Tomaten mittig, davor Basilikum und Petersilie.
  2. Abschnitt 2: Kohlrabi in zwei Reihen, dazwischen Pflücksalat als Lückenfüller.
  3. Abschnitt 3: Möhren in drei Reihen, jede zweite Reihe mit Zwiebeln besetzt.
  4. Abschnitt 4: Buschbohnen mit Bohnenkraut am Rand, dahinter Mangold.

Im nächsten Jahr rückt jeder Abschnitt um eine Position weiter. So steht dieselbe Familie erst nach vier Jahren wieder am selben Platz.

Hochbeet von oben, in vier Abschnitte mit unterschiedlichen Gemüsearten unterteilt
Hochbeet von oben, in vier Abschnitte mit unterschiedlichen Gemüsearten unterteilt

Was im Hochbeet keinen Platz verdient

Kartoffeln sind der Klassiker. Sie brauchen viel Fläche, wollen gehäufelt werden und liefern pro Quadratmeter weniger Wert als fast alles andere. Ins Bodenbeet, nicht ins Hochbeet.

Auch Mais und Rhabarber lohnen sich selten. Mais steht lange und verschattet das halbe Beet, Rhabarber belegt seinen Platz dauerhaft.

Fenchel ist ein Sonderfall. Er wächst gut, verträgt sich aber mit auffallend wenigen Nachbarn. Gib ihm einen eigenen Abschnitt am Rand.

Abstände: der Punkt, an dem die meisten Pläne scheitern

Ein guter Nachbarschaftsplan nützt nichts, wenn alles zu dicht steht. Im Hochbeet ist die Versuchung groß, weil die Erde so gut aussieht und der Platz knapp ist.

Halte dich an die Abstände auf der Samentüte und zieh sie nur um etwa ein Fünftel zusammen. Mehr verträgt auch ein gut befülltes Beet nicht.

Zu eng gesetzte Pflanzen trocknen langsamer ab. Genau daraus entstehen Mehltau an Zucchini, Braunfäule an Tomaten und Fäulnis an Salatherzen.

Eine Ausnahme sind die schnellen Lückenfüller. Radieschen, Rucola und Pflücksalat dürfen zwischen die langsamen Kulturen, weil sie abgeerntet sind, bevor es eng wird.

Fruchtwechsel: der Teil, den Mischkultur nicht ersetzt

Mischkultur regelt, was nebeneinander steht. Der Fruchtwechsel regelt, was nacheinander kommt. Beides brauchst du.

Die Regel lautet: Eine Pflanzenfamilie kehrt frühestens nach drei, besser nach vier Jahren an dieselbe Stelle zurück.

Empfindlich sind die Kreuzblütler. Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola und Senf gehören dazu. Steht dort zu oft dasselbe, baut sich Kohlhernie auf, ein Pilz, der jahrzehntelang im Boden überdauert.

Notiere am Saisonende, was wo stand. Im nächsten März weiß es sonst niemand mehr. Die Termine dazu stehen im Hochbeet-Jahresplan, weitere Kulturen im Bereich Hochbeet bepflanzen.

Häufig gestellte Fragen

Welches Gemüse verträgt sich im Hochbeet?

Möhren mit Zwiebeln, Tomaten mit Basilikum, Kohlrabi mit Salat und Bohnen mit Bohnenkraut sind die verlässlichsten Paare. Die vollständige Übersicht steht oben in der Tabelle.

Welche Pflanzen darf man nicht nebeneinander setzen?

Zwiebelgewächse und Hülsenfrüchte, also Zwiebeln oder Knoblauch neben Bohnen oder Erbsen. Dazu zwei Arten derselben Familie, etwa Gurken neben Zucchini oder Tomaten neben Kartoffeln.

Was pflanzt man im ersten Jahr ins Hochbeet?

Starkzehrer, die den Stickstoffüberschuss abbauen: Kürbis, Zucchini, Tomaten, Gurken, Kohl und Sellerie. Möhren, Erbsen und Kräuter kommen erst ab dem dritten Jahr zu ihrer Form.

Brauche ich für die Mischkultur im Hochbeet einen Plan?

Ein Blatt Papier mit vier Abschnitten reicht. Wichtiger als ein ausgefeilter Pflanzplan ist, dass du ihn aufhebst, denn ohne Notiz vom Vorjahr ist der Fruchtwechsel nicht zu halten.

Hilft Mischkultur gegen Schädlinge im Hochbeet?

Gegen Möhren- und Zwiebelfliege messbar, gegen Schnecken und Engerlinge nicht. Was bei Larven in der Erde zu tun ist, steht bei den Engerlingen im Hochbeet.

Das passt dazu

Blumen und Bohnen gehören in dieselbe Planung: Blumen im Hochbeet und Buschbohnen.

Fachliche Grundlage

Zu Mischkultur und Fruchtfolge gibt es Hintergrundwissen beim Bundeszentrum für Ernährung.

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