Gemüse-Lexikon

Buschbohnen im Hochbeet: flach säen, zweimal ernten

Stephen 6 Min. Lesezeit

Buschbohnen brauchen keine Rankhilfe, werden nur 30 bis 60 Zentimeter hoch und sammeln Stickstoff im Boden. Für ein Hochbeet sind sie damit die dankbarste Zweitkultur.

Der Punkt, an dem die meisten Anleitungen falsch liegen, ist die Saattiefe. Buschbohnen gehören flach in die Erde, nicht tief. Wer sie tief legt, wartet drei Wochen auf nichts.

Steckbrief

Merkmal Buschbohne
Botanisch Phaseolus vulgaris, ein Hülsenfrüchtler
Wuchshöhe 30 bis 60 Zentimeter, windet nicht
Aussaat ab Mitte Mai bis Ende Juli
Bodentemperatur über 12 Grad, frostfreie Nächte
Saattiefe 2 Zentimeter, höchstens 2,5
Reihenabstand 35 bis 40 Zentimeter
Abstand in der Reihe 8 bis 10 Zentimeter
Keimdauer 8 bis 14 Tage
Ernte 10 Wochen nach der Aussaat, frühe Sorten nach 6
Nährstoffbedarf Schwachzehrer, sammelt selbst Stickstoff

Warum flach säen: die Keimung läuft über der Erde

Das ist der Kern dieses Beitrags.

Buschbohnen keimen epigäisch. Die beiden Keimblätter werden bei der Keimung über die Bodenoberfläche gehoben und stehen dann als grüne Blattpaare da. Sie bleiben nicht unten.

Daraus folgt direkt die Saattiefe. Die Keimblätter müssen die Strecke bis zur Oberfläche aus eigener Kraft schaffen. Liegen sie 6 Zentimeter tief, ist das Reservoir aufgebraucht, bevor das Licht erreicht ist. Die Bohne keimt entweder gar nicht oder schiebt sich erschöpft und gelb heraus.

Zwei Zentimeter sind das Maß. Bei schwerem Boden reichen zwei, bei lockerer Hochbeeterde sind 2,5 die Obergrenze.

Nicht verwechseln: Erbsen, Dicke Bohnen und Feuerbohnen keimen hypogäisch. Ihre Keimblätter bleiben unter der Erde, und sie dürfen deutlich tiefer gelegt werden. Für Buschbohnen gilt das ausdrücklich nicht.

Zwei Keimblätter von Buschbohnen stehen als grünes Blattpaar über der Bodenoberfläche, daneben eine flache Saatrille
Zwei Keimblätter einer Buschbohne stehen als grünes Blattpaar über der Bodenoberfläche, daneben eine flache Saatrille

Aussaat: Zeitpunkt und Reihen

Der Boden entscheidet, nicht der Kalender. Buschbohnen keimen erst über 12 Grad, und eine kalte Phase nach der Aussaat lässt die Samen im Boden verfaulen. Im Hochbeet ist die Erde zwei bis drei Wochen früher warm als im Gartenbeet, aber Mitte Mai ist die sichere Grenze.

Zwei Termine im Jahr:

  • Mitte Mai bis Anfang Juni für die Haupternte im Juli und August.
  • Anfang bis Mitte Juli für die zweite Ernte bis in den Oktober. Später als Ende Juli lohnt nicht.

Vorkeimen auf feuchtem Küchenpapier bringt drei bis vier Wochen. Das lohnt sich nur für die erste Aussaat, wenn du früh ernten willst.

So legst du die Reihen an:

  1. Rillen im Abstand von 35 bis 40 Zentimetern ziehen, zwei Zentimeter tief.
  2. Alle 8 bis 10 Zentimeter eine Bohne legen, mit dem Finger leicht andrücken.
  3. Rillen schließen und die Fläche glatt streichen.
  4. Angießen, dann bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.

Wer Platz sparen will, sät in Horsten. Ein Horst besteht aus sechs bis acht Bohnen im Kreis, die Horste stehen 40 Zentimeter auseinander. Die Pflanzen stützen sich dann gegenseitig.

Pflege: weniger ist mehr

Nicht düngen. Buschbohnen leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien der Art Rhizobium leguminosarum. Die Bakterien sitzen in kleinen Knöllchen an den Wurzeln und binden Luftstickstoff. Ein stickstoffbetonter Dünger stört genau diesen Mechanismus: Die Pflanze nimmt den bequemen Dünger und lässt die Knöllchen verkümmern.

Im Hochbeet ist das ein Vorteil. Buschbohnen sind die Kultur für das vierte und fünfte Jahr, wenn der Stickstoff aus der Füllung aufgebraucht ist. Sie bringen ihren eigenen mit.

Gießen während der Blüte und beim Hülsenansatz. Trockenheit in dieser Phase kostet den ganzen Ertrag, weil die Blüten abfallen.

Hacken nur am Anfang, solange die Reihen sichtbar sind. Später liegen die Wurzeln flach, und jedes Hacken schneidet Knöllchen ab.

Wurzelknöllchen an den Wurzeln junger Buschbohnen, flach liegendes Wurzelsystem in dunkler Hochbeeterde
Wurzelknöllchen an den Wurzeln einer jungen Buschbohne, flach liegendes Wurzelsystem in dunkler Hochbeeterde

Ernte: der Griff, der den Ertrag verdoppelt

Geerntet wird, wenn die Hülse die volle Länge hat, sich aber noch glatt und grün anfühlt. Sobald die Körner die Hülse ausbeulen, ist sie überreif und zäh.

Der richtige Griff: Hülse mit einer Hand festhalten, mit der anderen abdrehen. Ziehst du die ganze Pflanze, reißt du Wurzeln und Knöllchen mit.

Und dann der Teil, den Anfänger übersehen. Solange du regelmäßig pflückst, setzt die Pflanze neue Blüten an. Lässt du die ersten Hülsen ausreifen, stellt sie auf Samenproduktion um und hört auf. Alle zwei bis drei Tage durchgehen, auch die kleinen Hülsen mitnehmen.

Mischkultur und die zweite Kultur im Jahr

Buschbohnen sind als Nachrücker wertvoll. Nach Feldsalat, Radieschen oder frühen Möhren ist Mitte Juli eine Lücke, die eine zweite Bohnernte füllt.

Gute Nachbarn sind Bohnenkraut, Gurken, Kohlrabi, Salat und Mangold. Schlecht stehen sie neben Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen und Fenchel. Zwiebelgewächse und Hülsenfrüchte gehören in getrennte Beetabschnitte, das ist eine der verlässlichsten Regeln der Mischkultur.

Die vollständige Tabelle steht bei der Mischkultur im Hochbeet. Was im Juli noch in die Lücke passt, steht im Hochbeet-Jahresplan, und die passenden Vorkulturen bei Feldsalat und Möhren.

Für das nächste Jahr: Buschbohnen hinterlassen Stickstoff im Boden. Danach gehört ein Mittelzehrer hin, kein zweites Hülsenfrüchtler. Alle Gemüsearten im Überblick stehen im Gemüse-Lexikon.

Probleme, die auftreten können

Blattläuse sitzen im Juni dicht an den Triebspitzen. Ein Wasserstrahl und der natürliche Gegendruck reichen meistens, Bohnenkraut als Nachbar hilft vorbeugend.

Grauschimmel an den Hülsen entsteht bei zu dichtem Stand und nasser Witterung. Die Reihenabstände nicht unterschreiten.

Mehltau an den Blättern ist ein anderes Bild. Wie du echten von falschem unterscheidest, steht bei Mehltau im Hochbeet.

Häufig gestellte Fragen

Wie tief sät man Buschbohnen?

Zwei Zentimeter, höchstens 2,5. Buschbohnen keimen epigäisch, ihre Keimblätter werden über die Erde gehoben. Bei tieferer Saat ist der Vorrat aufgebraucht, bevor die Blätter das Licht erreichen.

Wann kann ich Buschbohnen ins Hochbeet säen?

Ab Mitte Mai, wenn die Bodentemperatur über 12 Grad liegt und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Im Hochbeet ist die Erde zwei bis drei Wochen früher warm als im Gartenbeet.

Muss ich Buschbohnen düngen?

Nein. Sie binden über Knöllchenbakterien eigenen Stickstoff. Ein stickstoffbetonter Dünger schadet, weil die Pflanze dann die Knöllchen verkümmern lässt.

Brauchen Buschbohnen eine Rankhilfe?

Nein. Sie werden 30 bis 60 Zentimeter hoch, winden nicht und beenden ihr Wachstum nach vier bis acht Internodien. Nur Stangenbohnen brauchen Stangen.

Kann ich Buschbohnen zweimal im Jahr säen?

Ja. Mitte Mai für die Ernte im Juli, Anfang bis Mitte Juli für die Ernte bis Oktober. Später als Ende Juli lohnt sich nicht mehr.

Was kommt nach Buschbohnen ins Beet?

Ein Mittelzehrer wie Kohlrabi, Mangold oder Salat. Die Bohnen hinterlassen Stickstoff, davon profitiert die Folgefrucht. Hülsenfrüchte dürfen nicht auf Hülsenfrüchte folgen.

Das passt dazu

Was nach der Bohnenernte noch blüht: Hochbeet mit Blumen bepflanzen.

Fachliche Grundlage

Zu Hülsenfrüchten und Stickstoffbindung gibt es Hintergrundwissen beim Bundeszentrum für Ernährung.

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