Hochbeet im Jahreslauf

Hochbeet-Jahresplan: was in welchem Monat ins Beet kommt

Stephen 6 Min. Lesezeit

Der Hochbeet Jahresplan beginnt im März und endet weit im Dezember. Vorausgesetzt, die Reihenfolge stimmt. Wer die Sätze plant, erntet aus derselben Fläche zwei- bis dreimal statt einmal, und steht im Juli nicht vor einer leeren Kiste.

Der Plan hier geht Monat für Monat durch. Er zeigt, was ins Beet kommt, warum das erste Jahr anders läuft und woran du merkst, dass der Boden so weit ist.

Warum ein Hochbeet einen eigenen Plan braucht

Ein Hochbeet ist kein hochgelegtes Gartenbeet. Zwei Unterschiede verändern den ganzen Zeitplan.

Erstens die Wärme. Das verrottende Material im Inneren gibt Wärme ab, und die Seitenwände fangen Sonne. Im Frühjahr liegt die Erde dadurch etwa drei bis fünf Grad über dem Freilandboden. Du kannst zwei bis drei Wochen früher säen.

Zweitens das Nährstoffgefälle. Ein frisch gefülltes Beet ist sehr nährstoffreich und magert über die Jahre ab. Was im ersten Jahr passt, passt im vierten nicht mehr.

Hochbeet Jahresplan: frisch bepflanztes Beet im Frühjahr mit Reihen junger Salat- und Gemüsekeimlinge
Hochbeet Jahresplan: frisch bepflanztes Beet im Frühjahr mit Reihen junger Salat- und Gemüsekeimlinge

Der Jahresplan auf einen Blick

Die Tabelle gilt für Weinbauklima bis mittlere Lagen. In rauen Lagen verschiebst du alles um ein bis zwei Wochen nach hinten.

Monat Was ins Beet kommt Was du sonst tust
Januar nichts Ernte von Feldsalat und Grünkohl, Abdeckung prüfen
Februar nichts direkt Tomaten und Paprika auf der Fensterbank vorziehen
März Radieschen, Spinat, Pflücksalat, Möhren, Erbsen Vlies auflegen, Beet abräumen
April Kohlrabi, Mangold, Rote Bete, Kopfsalat, Zwiebeln erstes Jäten, Reihen markieren
Mai ab Mitte Mai Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen, Paprika Rankhilfen setzen
Juni Nachsaat Salat, Buschbohnen, zweiter Satz Möhren mulchen, gleichmäßig gießen
Juli Endivien, Fenchel, Herbstrüben, Chinakohl Lücken sofort nachsäen
August Feldsalat, Spinat, Radicchio, Winterportulak Starkzehrer abräumen
September Feldsalat, Winterpostelein, Wintersalate Gründüngung auf freie Flächen
Oktober Knoblauch und Steckzwiebeln für das nächste Jahr Erde auffüllen, Laub sammeln
November nichts Beet abdecken, Gründüngung liegen lassen
Dezember nichts ernten, was noch steht

Die Spalte rechts ist der Teil, den die meisten Pläne weglassen. Ohne das Auffüllen im Oktober sackt die Erde jedes Jahr weiter ab.

Das erste Jahr läuft anders als das vierte

Ein frisch befülltes Hochbeet setzt in den ersten beiden Jahren enorm viel Stickstoff frei. Schwachzehrer wie Bohnen oder Kräuter kippen darin um oder schießen ins Kraut.

Deshalb folgt die Bepflanzung dem Nährstoffgefälle:

  1. Jahr eins und zwei: Starkzehrer. Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohl, Sellerie.
  2. Jahr drei: Mittelzehrer. Möhren, Rote Bete, Mangold, Kohlrabi, Salat, Zwiebeln.
  3. Jahr vier und fünf: Schwachzehrer. Bohnen, Erbsen, Radieschen, Feldsalat, Kräuter.

Danach füllst du neu und fängst wieder oben an. Ein Pflanzplan für das erste Jahr sieht also anders aus als einer für ein eingefahrenes Beet. Wer den gleichen Plan fünf Jahre lang abarbeitet, wundert sich im vierten Jahr über kümmernde Tomaten.

Ab wann du wirklich anfangen kannst

Das Datum im Kalender sagt weniger als die Erde selbst. Den Ausschlag gibt die Bodentemperatur in fünf Zentimeter Tiefe.

Kultur Keimt ab etwa Frühester Satz im Hochbeet
Radieschen, Spinat, Feldsalat 5 Grad Anfang März
Möhren, Erbsen, Pflücksalat 6 bis 8 Grad Mitte März
Rote Bete, Mangold, Kohlrabi 8 bis 10 Grad April
Bohnen, Gurken, Kürbis 12 Grad ab Mitte Mai

Ein einfaches Küchenthermometer reicht zum Messen. Steck es morgens ein, nicht in der Mittagssonne.

Die Frostfrage bleibt davon unberührt. Junge Pflanzen unter Vlies überstehen leichten Nachtfrost, Tomaten und Bohnen nicht. Deshalb steht Mitte Mai in der Tabelle und nicht Anfang Mai.

Thermometer steckt in der dunklen Erde eines Hochbeets, daneben eine Saatpackung
Thermometer steckt in der dunklen Erde eines Hochbeets, daneben eine Saatpackung

Drei Pflanzmuster, die sich bewährt haben

Ein Plan braucht auch eine Anordnung. Diese drei Muster funktionieren in einem Beet von etwa zwei mal ein Meter.

Reihen quer. Du legst die Reihen quer zur langen Seite. Jede Reihe ist ein Erntesatz und wird einzeln nachgesät. Das ist die einfachste Aufteilung für das erste Jahr.

Drei Streifen. Außen niedrige Kulturen wie Salat und Radieschen, in der Mitte die hohen. So verschattet nichts seinen Nachbarn. Für Beete, die frei stehen und von beiden Seiten erreichbar sind.

Blöcke nach Nachbarschaft. Du setzt Kulturen zusammen, die sich vertragen, und trennst die, die sich stören. Welche das sind, steht in der Übersicht zur Mischkultur im Hochbeet.

Ganzjährig ernten, auch ohne Gewächshaus

Ein Hochbeet kann zwölf Monate liefern. Die Lücke liegt nicht im Winter, sondern im Kopf.

Feldsalat, Winterportulak, Grünkohl und Radicchio stehen bei Frost draußen und werden geerntet, wenn sonst nichts wächst. Ausgesät werden sie im August und September. Wer diesen Termin verpasst, hat im Januar ein leeres Beet, egal wie gut der Rest des Plans war.

Der Herbst ist deshalb der unterschätzte Teil des Jahres. Wie du die Fläche jetzt noch belegst, steht im Beitrag zum Hochbeet im Herbst bepflanzen. Was danach mit dem Beet passiert, klärt der Text zum Hochbeet im Winter abdecken.

Sortenempfehlungen und Aussaattermine für einzelne Kulturen findest du beim Bundeszentrum für Ernährung.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich das Hochbeet bepflanzen?

Sobald die Erde in fünf Zentimeter Tiefe fünf Grad erreicht, meist Anfang bis Mitte März. Frostempfindliche Kulturen wie Tomaten und Bohnen kommen erst ab Mitte Mai ins Beet.

Ab wann kann ich im Hochbeet säen, wenn es noch friert?

Radieschen, Spinat und Pflücksalat keimen auch bei kühlen Nächten, solange die Erde selbst nicht durchfriert. Ein Vlies über dem Beet reicht als Schutz. Der Wärmevorsprung des Hochbeets verschafft dir zwei bis drei Wochen.

Brauche ich jedes Jahr einen neuen Plan?

Ja, weil sich der Nährstoffgehalt jedes Jahr verändert. Die Anordnung kannst du beibehalten, die Kulturen wandern eine Stufe weiter, von Starkzehrern zu Mittelzehrern zu Schwachzehrern.

Kann ich ein Hochbeet ganzjährig bepflanzen?

Ja. Von März bis Oktober läuft die Hauptsaison, von November bis Februar tragen Wintersalate und Grünkohl. Voraussetzung ist die Aussaat im August und September.

Was mache ich, wenn ich jetzt erst anfange und der Plan schon halb vorbei ist?

Steig an der Stelle ein, an der du gerade stehst. Im Sommer sät du Endivien und Herbstrüben, im Spätsommer Feldsalat und Spinat, im Oktober steckst du Knoblauch. Ein halbes Jahr Ernte ist besser als ein leeres Beet bis März.

Das passt dazu

Für den Neubau und die Aussaat im nächsten Jahr: Hochbeet anlegen, Buschbohnen im Hochbeet und Tomaten vorziehen.