Hochbeet anlegen

Hochbeet selber bauen: Höhe, Maße und der Aufbau in sechs Schritten

Stephen 7 Min. Lesezeit

Ein Hochbeet selber bauen heißt: vier Wände, eine Drahtauflage am Boden und einer Füllung in Schichten. Die Arbeit dauert ein Wochenende, das Material kostet zwischen 80 und 250 Euro.

Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem ersten Schnitt. Sie betrifft nicht das Holz, sondern die Höhe.

Die drei Entscheidungen vor dem ersten Brett

Die Höhe. Sie richtet sich nach deiner Körpergröße, nicht nach einem Standardmaß. Als Faustregel gilt: Oberkante auf Höhe deiner Hüfte, also etwa 80 bis 90 Zentimeter. Wer 1,60 Meter groß ist, greift mit 80 Zentimetern bequem überall hin. Bei 1,90 Metern Körpergröße sind 95 Zentimeter angenehmer.

Nach oben gibt es eine Grenze. Jeder zusätzliche Zentimeter Höhe bedeutet mehr Füllmaterial. Ein Beet von 2 mal 1 Metern fasst bei 80 Zentimetern rund 1.600 Liter. Bei 100 Zentimetern sind es schon 2.000 Liter.

Die Kantenlänge. Die Breite darf 120 Zentimeter nicht überschreiten. Nur dann erreichst du die Beetmitte von beiden Seiten, ohne hineinzusteigen. Die Länge ist beliebig, ab 4 Metern solltest du einen Quersteg einplanen.

Der Boden. Ein Bodenbrett gehört nicht hinein. Es staut Wasser und hält Regenwürmer draußen. Stattdessen kommt ein Drahtgitter auf den gewachsenen Boden.

Anders ist es beim Tischhochbeet auf Balkon oder Terrasse. Dort brauchst du zwingend einen Boden, weil das Beet auf Balkonplatten steht. Ohne ihn läuft die Erde mit dem Gießwasser aus.

Material für ein Beet von 2 mal 1 Meter

Material Menge Preis Anmerkung
Bohlen, 4 cm stark 6 m (2 × 2 m, 2 × 1 m) 60–140 € Lärche oder Douglasie, unbehandelt
Kanthölzer 7 × 7 cm 4 × 1 m 20–40 € als Eckpfosten, halten die Bohlen
Drahtgitter, 13 mm Maschen 2 m² 10–20 € verzinkt, gegen Wühlmäuse
Noppenfolie 6 m 15–25 € nur an den Innenwänden
Holzschrauben, Edelstahl 40 Stück, 6 × 90 mm 10–15 € verzinkt rostet im Erdkontakt weg
Füllmaterial rund 1.600 l kostenlos Strauchschnitt, Laub, Kompost

Die Preise sind Stand September 2026 und schwanken je nach Holzpreis. Rechne beim Holz mit dem größten Posten.

Wer die Ideen für verschiedene Bauformen sehen will, findet sie in den Varianten unten. Wichtig bleibt: jedes Hochbeet braucht dieselben drei Entscheidungen.

Hochbeet selber bauen: Lärchenbohlen und Kanthölzer auf einer Wiese abgelegt, daneben Zollstock, Akkuschrauber und eine Handsäge
Lärchenbohlen und Kanthölzer für ein Hochbeet auf einer Wiese abgelegt, daneben Zollstock, Akkuschrauber und eine Handsäge

Der Aufbau in sechs Schritten

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Steck die Grundfläche mit Pflöcken ab und zieh die Schnur straff. Zieh den Oberboden zwei Zentimeter ab und tritt die Fläche fest.

Auf gewachsenem Boden genügt das. Auf Beton oder Platten legst du zusätzlich eine Lage Bauschutzmatte unter, damit die Feuchtigkeit nicht in die Fugen zieht.

Schritt 2: Rahmen setzen

Setz die vier Kanthölzer an den Ecken auf und richte sie mit der Wasserwaage aus. Schraub zuerst die beiden kurzen Seiten fest, dann die langen.

Bohr die Schrauben vor. Lärche reißt beim direkten Eindrehen gern auf. Ein 6-Millimeter-Vorbohrer verhindert das.

Schritt 3: Bohlen montieren

Schraub die Bohlen von außen durch die Eckpfosten. Zwei Bohlen übereinander ergeben bei 20 Zentimetern Breite eine Höhe von 40 Zentimetern. Für ein Beet mit 80 Zentimetern Höhe brauchst du vier Reihen.

Lass zwischen den unteren Bohlen einen Spalt von zwei Millimetern. Das Holz arbeitet bei Feuchtigkeit, und ohne Spalt schiebt sich der Rahmen auseinander.

Schritt 4: Drahtgitter einlegen

Leg das Drahtgitter flach auf den Boden und zieh die Ränder fünf Zentimeter an den Innenwänden hoch. Klemm sie zwischen Bohle und Erde fest.

Eine Wühlmaus findet jeden Spalt, der offen bleibt. Nachrüsten geht später nur, wenn du das ganze Beet ausräumst.

Schritt 5: Innenwände auskleiden

Tackere die Noppenfolie mit den Noppen zur Wand an die Innenseiten. Sie hält die Feuchtigkeit vom Holz fern und verlängert die Lebensdauer um mehrere Jahre.

Auf den Boden gehört keine Folie. Dort muss das Wasser abziehen können.

Schritt 6: Schichten befüllen

Jetzt kommt die Füllung hinein, von grob nach fein. Unten 30 Zentimeter Astwerk, darüber Laub und Rasenschnitt, dann halbreifer Kompost, oben 20 Zentimeter Pflanzerde.

Wie die vier Lagen genau aufgebaut werden und wie viel Liter jede braucht, steht im Beitrag zum Hochbeet befüllen.

Hochbeet selber bauen: Rahmen aus Holz von innen, an den Wänden schwarze Noppenfolie mit den Noppen zur Wand getackert, unten das verzinkte Drahtgitter
Hochbeetrahmen aus Holz von innen, an den Wänden schwarze Noppenfolie mit den Noppen zur Wand getackert, unten das verzinkte Drahtgitter

Was dabei schiefgeht

Der häufigste Fehler ist eine zu große Grundfläche. Zwei Meter Länge klingen gut, bis das Beet befüllt werden muss. Wer die Kantenlänge zu weit wählt, steht am Ende vor einem Beet, das er nur mit dem Rechen erreicht.

Die Folge ist praktisch immer dieselbe: die hintere Hälfte wird nicht mehr beerntet, weil man nicht hinkommt. Unkraut wächst dort ungestört, und die Ernte bleibt aus. Bau lieber zwei schmale Beete von 100 Zentimetern Breite als eines von 180 Zentimetern.

Der zweite Fehler ist eine Folie auf dem Beetboden. Sie lässt das Gießwasser nicht abziehen und sperrt Regenwürmer aus. Nach zwei Jahren fault die unterste Lage und riecht säuerlich.

Der dritte ist unbehandeltes Weichholz. Fichte hält im Erdkontakt etwa drei bis fünf Jahre. Welche Holzarten deutlich länger durchhalten, vergleicht der Beitrag zu Hochbeet aus Holz.

Zeitbedarf und die richtige Jahreszeit

Rechne mit einem Tag für den Rohbau und einem halben Tag für die Füllung. Zu zweit geht es deutlich schneller, weil eine Person die Bohlen halten kann.

Der beste Zeitpunkt ist der Herbst. Dann fallen Schnittgut und Laub ohnehin an, und die Füllung sackt bis zum Frühjahr zusammen. Ein Beet, das im Oktober befüllt wird, ist im März pflanzfertig.

Im Frühjahr gebaut funktioniert ebenfalls. Dann setzt du im ersten Jahr Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Tomaten hinein, weil das Nährstoffangebot hoch ist.

Welche Arbeit wann ansteht, ordnet der Hochbeet-Jahresplan. Wer wenig Platz hat, findet die platzsparende Variante im Beitrag zum Hochbeet auf dem Balkon.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sollte ein Hochbeet sein?

Die Oberkante liegt am besten auf Hüfthöhe, also zwischen 80 und 95 Zentimetern. Richte dich nach deiner Körpergröße, nicht nach einem Standardmaß. Jeder zusätzliche Zentimeter bedeutet deutlich mehr Füllmaterial.

Welches Holz eignet sich am besten?

Lärche und Douglasie sind unbehandelt am haltbarsten und kosten weniger als Robinie. Fichte hält im Erdkontakt nur drei bis fünf Jahre. Verzinkte Schrauben sind Pflicht, weil normale Stahlschrauben im feuchten Holz schnell rosten.

Braucht ein Hochbeet einen Boden?

Auf gewachsenem Boden nicht. Ein Bodenbrett staut Wasser und hält Regenwürmer fern. Auf Balkon oder Terrasse brauchst du dagegen einen Boden, sonst läuft die Erde mit dem Gießwasser heraus.

Wie breit darf ein Hochbeet sein?

Höchstens 120 Zentimeter. Bei dieser Breite erreichst du die Beetmitte von beiden Seiten, ohne hineinzusteigen. Die Länge ist frei wählbar, ab vier Metern hilft ein Quersteg in der Mitte.

Was kommt ganz unten ins selbst gebaute Hochbeet?

Zuerst ein verzinktes Drahtgitter mit höchstens 13 Millimetern Maschenweite gegen Wühlmäuse. Darauf folgen 30 Zentimeter grobes Astwerk und Strauchschnitt. Diese Lage sorgt für Belüftung und Wasserabzug.

Wie lange hält ein selbst gebautes Hochbeet?

Ein Lärchenrahmen mit Noppenfolie an den Innenwänden hält 15 bis 20 Jahre. Ohne Folie verkürzt sich das auf 8 bis 12 Jahre, weil die Bohlen von innen durchfeuchten. Die Füllung tauschst du nach fünf bis sieben Jahren aus.

Weitere Bauformen

Nicht jeder baut aus neuen Bohlen. Ein Beet aus Europaletten kostet fast nichts und steht an einem Nachmittag. Worauf du beim Holz achten musst, steht im Beitrag zum Hochbeet aus Paletten.

Eine Übersicht über alle Bauarten und Materialien findest du unter Hochbeet anlegen.

Das passt dazu

Dasselbe Beet auf Balkon und Terrasse: Hochbeet auf dem Balkon.

Fachliche Grundlage

Zu Materialkunde und Beetgrößen gibt es Hintergrundwissen beim Bundeszentrum für Ernährung.