Ein Hochbeet aus Paletten entsteht an einem Nachmittag: drei Europaletten ergeben 120 mal 80 Zentimeter. Das Holz kostet fast nichts, wenn du gebrauchte Paletten bekommst.
Die eine Frage, die über Erfolg oder Fehlschlag entscheidet, hat nichts mit dem Zusammenbau zu tun. Sie betrifft die Herkunft des Holzes.
Nur HT-Paletten verwenden
Jede Palette trägt einen Stempel in die Stirnseite eines Klotzes gebrannt. Steht dort HT, wurde das Holz hitzebehandelt und ist unbedenklich.
Steht dort MB, wurde es mit Methylbromid begast. Dieses Holz gehört nicht in ein Beet, aus dem du isst. Der Stoff ist giftig und bleibt über Jahre im Holz.
Ein dritter Stempel ist DB, das steht für entrindetes Holz. Es kommt selten vor und ist unbedenklich.
Frag beim Baustoffhandel oder bei einer Spedition nach Paletten mit HT-Stempel. Wer nur „Europalette“ sagt, meint meist die begehrte Tauschpalette, die selten abgegeben wird.
Was eine Europalette mitbringt
| Maß | Wert |
|---|---|
| Grundfläche | 120 × 80 cm |
| Höhe | 14,4 cm |
| Deckbretter | 5 Stück, je 14,5 cm breit |
| Klötze | 9 Stück, 7,8 cm hoch |
| Gewicht | etwa 25 kg |
| Traglast | 1.500 kg |
Für ein Beet von 40 Zentimetern Höhe stapelst du drei Lagen übereinander. Für 80 Zentimeter brauchst du sechs, und das wird schwer und teuer.
Realistisch ist ein Beet aus zwei bis drei Lagen. Das ergibt 30 bis 45 Zentimeter Höhe, genug für Salat, Kräuter, Bohnen und Radieschen. Für Möhren und Kohl brauchst du mehr Tiefe.
Die Lücken zwischen den Deckbrettern sind der zweite Punkt. Sie sind etwa zwei Zentimeter breit, und feine Erde läuft dort durch.
Wo du Paletten bekommst
Baustoffhandel, Speditionen und Möbelhäuser geben gebrauchte Paletten oft kostenlos ab. Frag nach HT-Ware und nimm dir Zeit zum Prüfen.
Kleinanzeigen ist die zweite Quelle. Dort kosten Paletten zwei bis fünf Euro pro Stück, geprüfte HT-Ware etwas mehr.
Prüf jede Palette einzeln. Der Stempel sitzt auf der Stirnseite der Klötze, also an den Seiten, die beim Stapeln verdeckt sind. Ein Beet aus einer begasten Palette ist den Aufwand nicht wert.
Nimm kein Holz, das schon grau und morsch ist. Nach dem Befüllen trägt das Beet mehrere hundert Kilo, und morsche Klötze brechen unter der Last.
Material und Werkzeug
| Material | Menge | Preis | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Europaletten, HT | 3 Stück | 0–30 € | gebraucht, Stempel prüfen |
| Teichfolie oder Gewebeplane | 4 m | 15–25 € | für die Innenseiten |
| Tackerklammern, rostfrei | 1 Paket | 8 € | normale Klammern rosten |
| Drahtgitter, 13 mm | 1 m² | 10 € | gegen Wühlmäuse |
| Holzschrauben, 6 × 90 mm | 20 Stück | 8 € | Edelstahl oder verzinkt |
Zum Trennen brauchst du eine Säbelsäge oder eine Flex. Die alten Palettennägel gehen durch keine normale Holzsäge.
Ein Nageleisen hilft, wenn du die Bretter heil herausziehen willst. Für das Beet ist das nicht nötig.

Der Aufbau in fünf Schritten
Schritt 1: Paletten zuschneiden
Eine Palette ist 120 Zentimeter lang. Für die kurzen Seiten sägst du zwei Stücke von je 80 Zentimetern ab.
So bekommst du einen rechteckigen Rahmen ohne Überstand. Lässt du die Paletten ganz, wird das Beet 120 mal 120 Zentimeter groß und du kommst nicht mehr in die Mitte.
Schritt 2: Lagen stapeln und verbinden
Leg die erste Lage aus zwei langen und zwei kurzen Stücken. Schraub die Ecken mit langen Holzschrauben durch die Klötze.
Setz die zweite Lage versetzt darüber. Der Versatz macht den Rahmen stabil, weil die Stöße nicht übereinander liegen.
Schritt 3: Innen auskleiden
Tackere die Folie an die Innenseiten. Sie schließt die Spalte zwischen den Deckbrettern und hält die Erde zurück.
Die Folie muss bis über die Oberkante reichen. Sonst rutscht sie beim Befüllen nach unten.
Schritt 4: Drahtgitter einlegen
Leg das Gitter auf den Boden und zieh die Ränder fünf Zentimeter an den Wänden hoch. Klemm sie zwischen Holz und Folie fest.
Eine Wühlmaus findet jeden Spalt, der offen bleibt. Nachrüsten geht später nur, wenn du das Beet ausräumst.
Schritt 5: Befüllen
Jetzt kommt die Füllung hinein, von grob nach fein. Wie die vier Lagen aufgebaut werden und wie viel Liter jede braucht, steht im Beitrag zum Hochbeet befüllen.

Was dabei schiefgeht
Der häufigste Fehler ist eine begaste Palette. Sie sieht aus wie jede andere, der Stempel sitzt klein auf einem Klotz und wird beim Stapeln übersehen.
Die Folge zeigt sich nicht sofort. Das Beet steht, die Pflanzen wachsen, und erst über die Jahre reichert sich das Bromid in der Erde an. Ein Austausch der Füllung hilft dann nur begrenzt, weil das Holz weiter abgibt.
Der zweite Fehler ist eine fehlende Innenfolie. Die Erde läuft durch die Spalte, das Beet verliert innerhalb weniger Wochen mehrere Zentimeter Füllhöhe, und beim Gießen schwemmt es dir den Boden aus.
Der dritte ist zu wenig Höhe. Zwei Lagen ergeben 30 Zentimeter. Das reicht für Flachwurzler, aber nicht für Möhren, Pastinaken oder Kohlrabi. Wer diese Kulturen will, setzt drei Lagen.
Zeitbedarf und die richtige Jahreszeit
Rechne mit drei bis vier Stunden. Das Zuschneiden dauert am längsten, weil die Palettennägel zäh sind.
Der Herbst ist der beste Zeitpunkt. Dann fallen Laub und Schnittgut für die Füllung ohnehin an, und das Beet sackt bis zum Frühjahr ab.
Auf Beton oder Platten braucht das Beet einen Boden. Auf gewachsenem Boden gehört keiner hinein, weil er das Wasser staut und Regenwürmer aussperrt.
Wer neue Bohlen kaufen will statt Paletten, findet die Variante im Beitrag zum Hochbeet selber bauen. Welches Holz am längsten hält, vergleicht der Beitrag zu Hochbeet aus Holz.
Häufig gestellte Fragen
Welche Paletten darf ich für ein Hochbeet verwenden?
Nur solche mit dem Stempel HT. Er bedeutet, dass das Holz hitzebehandelt wurde. Paletten mit dem Stempel MB wurden mit Methylbromid begast und gehören nicht in ein Beet, aus dem du isst.
Wie viele Paletten brauche ich für ein Hochbeet?
Für ein Beet von 120 mal 80 Zentimetern mit zwei Lagen brauchst du sechs Palettenhälften, also drei ganze Paletten. Für drei Lagen sind es vier ganze Paletten.
Muss ich Palettenholz behandeln?
Nein. Behandeltes Holz gibt Stoffe an die Erde ab. Die Innenseite bekommt eine Folie, die Außenseite bleibt unbehandelt. So hält das Beet trotzdem viele Jahre.
Läuft die Erde zwischen den Brettern durch?
Ja, ohne Auskleidung. Die Spalte sind etwa zwei Zentimeter breit. Eine getackerte Folie an den Innenseiten schließt sie und hält die Erde zurück.
Wie hoch wird ein Hochbeet aus Paletten?
Eine Lage ergibt 14 Zentimeter. Zwei Lagen ergeben 30, drei Lagen 45 Zentimeter. Für tiefwurzelnde Kulturen wie Möhren oder Kohl sind drei Lagen das Minimum.
Kann ich Paletten auch auf dem Balkon nutzen?
Ja, dann brauchst du einen Boden. Ohne Boden läuft die Erde mit dem Gießwasser aus. Auf gewachsenem Boden ist ein Bodenbrett dagegen falsch, weil es Wasser staut.
Wer wissen will, wie es nach dem Aufbau weitergeht, findet die Jahresübersicht im Hochbeet-Jahresplan und alle Bauarten unter Hochbeet anlegen.
Fachliche Grundlage
Zur Bewertung von Methylbromid in Holz gibt es Hintergrundwissen beim Bundesinstitut für Risikobewertung.